Fakten über unsere Konsumgesellschaft

Lebensmittel landen einfach im Müll

In unserer Gesellschaft landen viele Dinge im Müll, die eigentlich noch gut zu gebrauchen wären. Im Supermarkt wird der Schein gewahrt. Nach außen wird uns der Überfluss präsentiert. Tatsächlich wird von den ausgestellten Waren jedoch nur ein Bruchteil verkauft. An erster Stelle steht der Punkt der Frische. Wenn Gemüse oder Obst und Fleisch der Optik des Supermarktes nicht mehr entsprechen, werden diese aussortiert und weggeschmissen. Nur weniger Ladenbesitzer wenden sich hier an Organisationen, wie „die Tafel“, die solche Lebensmittel sammelt und sie kostengünstig an Bedürftige verteilt. Die meisten Lebensmittel landen in der Mülltonne. Bei frischen Lebensmitteln, lässt sich der Einkauf vor Verkauf der Waren noch kalkulieren. Oft sind es regionale Bauern oder Großmärkte, die lediglich eine gewünschte Anzahl des Produktes abliefern, ganz nach Nachfrage und saisonalen Merkmalen. Bei Industrieprodukten sieht die Lage schon anders aus. Wenn der Ladenbesitzer die bekannten Markenartikel im Sortiment präsentieren möchte, muss er oft mit Masse kalkulieren. Palettenweise werden Lebensmittel abgenommen, die im Supermarkt gefroren, getrocknet oder anderweitig haltbargemacht, präsentiert werden. Hersteller kalkulieren mit moderner Verpackung und aktuellen Produkten, mit Werbung und Marketingkonzepten. Es reicht ein neues Marketingkonzept aus, um den Verkäufer im Supermarkt mitzuteilen, dass die alte Ware gegen neue ausgetauscht wird, ganz gleich ob noch nicht abverkauft oder noch haltbar.

Millionen Tonnen Lebensmittel werden einfach weggeworfen

So landen jährlich Millionen Tonnen an Lebensmittel alleine in Deutschland auf dem Müll. Dabei handelt es sich nicht um frische Lebensmittel, die eine natürliche Haltbarkeit besitzen, sondern um Produkte, die Wochen oder Monate überdauern würden. Von Nutella bis Barilla türmen sich große Berge an Lebensmitteln in den Containern der Supermärkte, doch Ladenbesitzer sind oft machtlos. Sie sind an die Verträge der Lieferanten gebunden. Sollte ein aussortiertes Produkt, dass nicht mehr offiziell im Sortiment geführt wird, Qualitätsschwankungen aufweisen kommen teilweise Bußen hinzu, die den Druck auf den Ladenbesitzer erhöhen. Lebensmittel die zwar das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben, werden vom Personal aussortiert, obwohl diese noch gut und gerne Tage genießbar wären. Verkaufen oder gar verschenken darf der Supermarkt diese Ware nicht, da Unternehmen hier mögliche Schadensersatzforderungen fürchten. Die Mülltonnen der Supermärkte zeigen deutlich, dass bares Geld im Abfall landet. Aus diesem Grund hatte sich vor einigen Jahren eine sogenannte Container-Szene zusammengeschlossen. Menschen wollten die Lebensmittel aus den Containern fischen, da sie in einen Protest zur Verschwendungsgesellschaft traten. Doch inzwischen haben fast alle Supermärkte ihre Container hinter hohen Mauern und Stacheldraht verborgen, so dass die allgemeine Lebensmittelverschwendung munter weiter geht. Der Buy Nothing Day setzt an dieser Stelle an und gleichzeitig ein Zeichen, denn er zeigt auf, dass die Verschwendung zumindest einen Tag lang in das Bewustsein der Menschen gerückt werden sollte.